Pflanzenbrevier
 

Hier zeigen wir Ihnen eine Sammlung an Informationen von bekannten aber auch etwas unbekannteren Heilpflanzen. Diese Liste wird laufend ergänzt. Es lohnt sich also, hier wieder vorbei zu schauen. Um mehr über die Heilpflanzen zu erfahren, einfach auf den Namen klicken

APFEL  /  PYRUS MALUS L.

 "EIN APFEL AM TAG MACHT DEN ARZT BROTLOS"

 

 

 

 

Der Apfelbaum gehört nicht zu den eigentlichen Frühblütern unter den Obstbäumen. Wenn er dann im Frühling erwacht, öffnet er nur ein Auge, denn er fürchtet die Kälte wie das Kind das Feuer. Schon oft hat ein verspäteter Frostschauer sein Blütenleben in Mitleidenschaft gezogen, so dass er später im Herbst früchtelos blieb.
Seine köstliche Frucht gab immer wieder durch alle Generationen hindurch Anlass zu legendären und sagenhaften Verklärungen, ja bis zur Geschichte des "Zankapfels" im antiken Griechenland  und bis zu Tells Apfelschuss vom Haupte seines Sohnes Walter.
Selbst das Sprichwort bedient sich des Apfels wie z.B: "Ein Apfel fällt nicht weit vom Stamme" - "ein fauler Apfel steckt hundert Gute an" - und wem etwas recht und teuer ist, der "hütet es wie sein Augapfel". Zu guter Letzt: wer hat noch nie "in einen sauren Apfel beissen müssen?"

 

 BOTANISCHE MERKMALE

WURZEL: Wurzelstock, der sich in der oberen Erdschicht ausbreitet.

BLATT : eiförmig, gekerbt, gesägt und zugespitzt in wechselständiger Anordnung. Oberseits glänzen sie grasgrün, unterseits sind sie etwas wollig.

BLÜTE: Die lang gestielten Blüten bilden armblütige Doldentrauben, dessen Rosenblüten sich aus 5 Kelch- und Kroneblättern zusammensetzen. Sie sind rötlich angelaufen.

BLÜTEZEIT: Mai bis Juni, meistens etwa 5 Tage lang.

FRUCHT: Die Scheinfrucht ist von kugeliger, rundlicher Gestalt, oben und unten nabelartig vertieft; im Inneren befindet sich ein Kerngehäuse mit inhaltlichen 5 Samen. Je nach Zuchtform weisen die reifen Äpfel verschiedene Farben auf: grünlich, gelblich, rot, rot-gefleckt oder gestreift.

 SAMMELTIPS

Für gesundheitliche Zwecke dürfen nur ungespritzte Äpfel verwendet werden. Zudem sollten sie bei Vollreife im Herbst gepflückt werden. Im unreifen Zustand sind sie sogar gesundheitsschädlich. Als uralte Regel gilt: Bei der Obtsernte sollte man einige Äpfel am Baum belassen. Mit dieser Gestik stärkt man die Auffassung, dass im nächsten Jahr wieder eine gute Ernte zu erwarten ist.
Nach dem Pflücken werden die Früchte im kühlen Keller auf dem Holzgestell gelagert. Dabei verströmen die Äpfel einen herrlichen,erfrischenden Duft. Von Friedrich Schiller weiss man, dass er in seiner Schreibtischschublade Dutzende Äpfel gestapelt hatte, um sich durch den Duft geistig frisch zu halten.
Wer die Apfelschalen als Tee verwenden möchte, muss sie mit einem Schälmesser abschneiden und dann an einem schattigen, luftigen Ort, auf einem Leintuch ausgelegt, trocknen. Anschliessend werden sie in ein Braun- oder Grünglas abgefüllt.

 

WIRKSTOFFE

* Vitamine A, B1, B2, B6, C (2 Äpfel am Tag decken den Vitamin C Tagesbedarf).

* Ca, Fe, Na, K, Mg, P

* Apfel-, Zitronen- und Bernsteinsäure

* ätherisches Öl, Glykosid, Lävulose und Dextrose

* Pektin

 WIRKUNG

entgiftend, entfettend, verdauungsfördernd, stoffwechselanregend, harntreibend,  entwässernd, blutreinigend, schleimhautschützend, stärkend und erfrischend.

VERWENDUNG

Noch bevor die wertvollen Vitamine und Inhaltsstoffe des Apfels entdeckt wurden, galt die Frucht als natürlicher Garant für die Gesundheit. Das Apfelgestell im Keller war die Hausapotheke der einfachen Leute. "Ein Apfel am Tag macht den Arzt brotlos", verkündete der Volksmund. Auch Paracelsus empfahl seinen Kranken monatlich einen Apfeltag zur Reinigung und Auffrischung des Körpers. An diesem Tag durfte nichts anderes gegessen werden als 3 frische Äpfel und nichts getrunken werden als gutes Quell- oder Mineralwasser.
Ein wesentlicher Inhaltsstoff des Apfels ist Pektin, welches jeder Hausfrau als gelierender Fruchtstoff bekannt ist. Apfelpektine sind Substanzen, die die Schleimhaut des menschlichen Organismus schützend einhüllen, Entzündungen stillen und die Blut-Gerinnung fördern. Im Darm binden sie vor allem Schwermetalle und Bakteriengifte, Cholesterin und Gallsäure und sorgen für deren beschleunigte Ausscheidung, womit der Cholesterinspiegel gesenkt werden kann. 2 saftige Äpfel genügen, weil darin so viel Pektin enthalten ist (ca. 15gr), um den Cholesterinspiegel des Blutes zu senken und damit vor Verkalkung und Herzinfarkt vorzubeugen.

Der Tee als Aufguss der getrockneten oder frischen ungespritzten Äpfelschalen hilft zur Beruhigung und Stärkung der Nerven, bei Abgespanntheit und Stress, ferner bei Blutarmut und wird als schlaffördernder Abendtee verwendet.

Apfelkur

Täglich 2-3 biologische Äpfel neben einer reduzierten Kost eingenommen, fördern die Verdauung, regen den Stoffwechsel an, helfen bei übermässiger Ansammlung  von Giftstoffen im Körper und befreien den Organismus von Schlackenstoffen, insbesondere bei Gicht, Hauterkrankungen, Übergewicht und erhöhten Blutfettwerten. Es gibt wohl kaum ein besseres und natürlicheres Stuhlreguliermittel bei Verstopfung als am Morgen nüchtern rohe oder leicht erwärmte Äpfel regelmässig gut gekaut zu essen. Allerdings sollten die Äpfel nie roh vor dem Schlafengehen gegessen werden, weil sie die Verdauung belasten und im Magen-DarmTrakt "Gärungen" hervorrufen können.

Raucherentwöhnung mit Äpfeln

Es ist bekannt, dass starke Raucher eine Abneigung gegen Äpfel haben. Begründet wird diese Tatsache, indem die nikotinhaltige Darmschleimhaut auf die Fruchtsäure des Apfels einen Verdauungsvorgang auslösen, was vom Raucher als störend empfunden wird. Ueberwindet man diese Störung und führt während 2-3 Tagen eine reine Apfelkur durch (10-15 Äpfel am Tag, sonst keine andere Speisen und Getränke), so führt dies in vielen Fällen zu einer Umkehr, d.h. die Apfeldiät löst eine Abneigung gegen das Rauchen aus.

"Stahläpfel" bei Blutarmut

Bei Blutarmut und Eisenmangel empfiehlt sich folgendes, erfolgsversprechendes Hausrezept: Am Abend werden in einen Apfel etwa 1 Dutzend gereinigte Stahlnägel gesteckt, so dass die Frucht  wie ein Igel aussieht. Am darauffolgenden Morgen werden die Nägel entfernt und der Apfel wird, gut gekaut, gegessen. Diese Kur kann man ohne weiteres 2-3 Wochen lang durchführen.

 Foto: Bruno Vonarburg

 
zurück