Im
Gegensatz zur Süssorange oder Apfelsine ist die Bitterorange oder Pomeranze
weniger süss, eher etwas bitter und herb, dafür aber um so heilkräftiger.
Der ganze
Baum ist eine wahre Hausapotheke: Die Blüten ergeben einen schlaffördernden und
beruhigenden Tee für Kinder, die
Fruchtschalen
stärken als Sirup oder Tinktur den Magen und die ätherischen Oele aus
Blüten, Blättern und Schalen kräftigen das Herz. Auch in der Kosmetik und in
der Küche sind die ätherischen Essenzen der Bitterorange im Gebrauch.
BOTANISCHE
MERKMALE
WURZEL
: stark verzweigt mit aufsteigendem Stamm, der eine schwärzlich-graue, glatte
Rinde besitzt und bis 12cm hoch
wachsen
kann.
BLATT
: immergrüne, scharf zugespitzte Blätter von grün-glänzender Farbe mit
geflügelten Blattstielen.
BLÜTE :
radiär mit je 5 schneeweissen Kelchen und bräunlich-gelben, punktierten
Kronblättern mit zahlreichen Staub-
blättern und einem hervorragendem Fruchtknoten. Die Blüte ist meist zwittrig
und riecht angenehm.
BLÜTEZEIT
: zu verschiedenen Jahreszeiten von März bis Oktober.
FRUCHT
: aus dem Fruchtknoten entwickelt sich eine kugelrunde, zuerst grasgrüne, dann
goldgelbe bis orange, abgeplattete
Beere in Apfelgrösse mit süsslich-bitterer Rinde und saurem Fruchtfleisch. Der
Baum kann bis zu 5000 Früchte
tragen.
SAMMELTIPS
In unseren
Gebieten nördlich der Alpen ist es aufgrund des kälteren Klimas nicht möglich
Zitrusbäume im Garten anzubauen.
In
südlichen Lagen werden durchs ganze Jahr die geschlossenen und geöffneten
Blüten des Bitterorangenbaumes eingesammelt
und rasch
an einem schattigen Ort getrocknet. Auch die Schalen der reifen und unreifen
Bitterorangen werden zu Heilzwecken
verwendet.
Die unreifen Pomeranzen erntet man, wenn sie eine Grösse von etwa 0,5-1cm
Durchmesser erreicht haben und trocknet
sie
allsdann an der Luft oder verarbeitet sie frisch zu Sirup oder Tinktur.
Die
Fruchtwand der reifen Frucht dagegen wird entweder maschinell abgeschält oder
in 4 Stücke abgezogen und vom weichen, weissen inneren Teil befreit. Letztlich
trocknet man diese zerkleinerten Pomeranzenschalen schonend an der Luft.
WIRKSTOFFE
Fruchtfleisch
* Vitamin
A, B-komplex, C, E
* Eisen und
Phosphor
* Apfel-,
Zitronensäure, Aminosäuren
*
ätherisches Öl, Bitter- und Gerbstoffe
Blüte
*
ätherisches Öl (Linalool, Limonen...)
* Falvonoid
Hesperidin
* Bitterstoff
WIRKUNG
beruhigend,
schlaffördernd, nervenstärkend, krampflösend und entspannend
VERWENDUNG
Der Tee als Aufguss der geschlossenen oder
offenen Blüten wird bei Schlaflosigkeit, zur Beruhigung und bei Nervosität
besonders
der Kinder
empfohlen. Er hilft ferner bei Verkrampfungen (Epileptiker), Magenkrämpfen,
Bauchweh, Menstruationsschmerzen und
nervösen
Herzbeschwerden.
Gebrauchsanweisung: 3mal tägl. 1 Teelöffel
voll Blüten in einer Tasse mit kochend heissem Wasser übergiessen, 5
Minuten ziehen lassen, abfiltrieren und anschliessend ungesüsst oder mit
Honig gesüsst nach den Mahlzeiten oder vor dem Schlafengehen
schluckweise
trinken.
Die
Tinktur der
unreifen Pomeranzenschale verwendet man zur Stärkung des Magens, bei
Appetitstörungen, Schwächezuständen
und gegen
Würmer insbesondere in der Kinderheilkunde.
Der
Pomeranzenschalensirup ist ebenfalls ein Kindermittel bei Magenbeschwerden, Schwächezuständen
und Appetitstörungen.
Gebrauchsanweisung: 3mal täglich 1 Teelöffel voll
Sirup nach den Mahlzeiten einnehmen
Foto:
Bruno Vonarburg
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