Nur zu oft greift der
an Migräne leidende Patient zu chemischen Tabletten und Pillen, welche auf die
Dauer jedoch oft ihre Wirkung verlieren und sogar zu schweren Nebenwirkungen
führen können.
Dabei gibt es im
Kräutergarten eine Heilpflanze, mit der wir imstande sind, einen möglichen
Migräneanfall zu verhindern. Es ist das
Mutterkraut, welches
in unserer heimischen Umgebung sich vielfach als Unkraut breitmacht, sich aber
dem Kranken wie ein schüt-zender Geist anbietet.
Schon vor 200 Jahren
wurde die Pflanze bei Kopfschmerzen, vor allem in England, eingesetzt und von
M. Berry als "Aspirin" des 18.Jahrhunderts bezeichnet. Laut
klinischen Untersuchungen bewahrheitet sich das Mutterkraut, als
ausgesprochenes Naturheil-
mittel zur
Verhinderung und Behandlung der Migräne, selbst in Fällen, die mit anderen
natürlichen Methoden und Massnahmen nicht zu beherrschen waren. Ferner konnten
durch das Mutterkraut starke Schmerzmittel, die von den Patienten über Jahre
einge-
nommen wurden,
deutlich reduziert oder abgesetzt werden. Bei ersten Anzeichen einer
Migräneattake oder zur Vorbeugung der
Anfälle kann das
Mutterkraut eingesetzt werden.
BOTANISCHE
MERKMALE
WURZEL
: bräunlich, fingerdick, kräftig, mit langen Nebenwurzeln.
BLATT
: am aufrechten, 30-90cm hohen, gerillten Stengel wachsen wechselständig,
grün-gelbliche, zwei- dreifach fiedertei-
teilige
eiförmige Blätter.
BLÜTE
: doldenartig, 10-20cm breite, halbkugelige Blütenköpfchen mit zahlreichen
gelben Scheiben- und weissen Zungen--
blüten
BLÜTEZEIT
: Juni - August
FRUCHT
: im Herbst reifen kantige Früchte als kreiselförmige Achänen mit 5
hervortretenden Riefen. Oben befindet sich ein
aufgespaltetes Krönchen.
SAMMELTIPS
Von Juni bis Juli
werden die blühenden Triebspitzen oder das ganze Kraut ohne Wurzeln und ohne
holzige Stengel eingesammelt.
Dann wird das
Erntegut am Schatten in dünner Schicht auf einem Leinentuch ausgelegt und nach
der Trocknung in verschliessbare
Glasgefässe
abgefüllt, damit der heilsame Duft nicht entweicht.
WIRKSTOFFE
* ätherisches Oel
(L-Campher, L- Borneol)
* Sesquiterpene
* Bitter- ,
Gerbstoff
* Fett, Zucker
WIRKUNG
krampflösend,
stärkend, fiebersenkend, menstruationsregulierend, entzündungshemmend,
verdauungsfördernd und wundheilend.
VERWENDUNG
Das Mutterkraut war
bereits in der Antike im Gebrauch und wurde gegen Gebärmutterleiden der Frauen,
zur Erleichterung der Ge-burt, bei Menstruationsbeschwerden und Darmkrämpfen
empfohlen. Leider geriet die Pflanze bald in Vergessenheit und wurde erst
durch Hildegard von
Bingen wieder bekannt. Neueste analytische Untersuchungen haben gezeigt, dass
Extrakte aus Tanacetum
parthenium eine
Hemmung der Prostaglandinsynthese und eine Verminderung der Serotoninfreisetzung
veranlassen, sowie die
Freisetzung von
Histamin herabsetzen.
In diesem Sinne
bewährt sich das Mutterkraut in der Behandlung der Migräne. Insbesondere können
die Häufigkeit und Schwere der Anfälle durch die vorbeugende Einnahme des Mutterkrauts
merklich verbessert und Begleiterscheinungen wie Uebelkeit, Er-
brechen und
Schwindel gelindert werden.
Der Tee als Aufguss des Mutterkrauts (Tanaceti
parthenii herba) wird zur Vorbeugung und Behandlung der Migräne, ferner bei
krampfartigen Menstruationsbeschwerden,
Gebärmutterentzündung und zur Regelung der monatlichen Periode empfohlen.
Zubereitung: 40gr Mutterkraut wird mit 60gr einer
geschmacks- und resorbtionsverbessernden Grundmischung vermischt.
1 Teelöffel dieser
Mischung wird mit einer Tasse siedend heissem Wasser übergossen, 5 Minuten
ziehen gelassen, abfiltriert und
3mal täglich 1 Tasse
schluckweise getrunken.
Als Grundmischung
stehen drei Sorten zur Auswahl:
1. Rugguserli :
minziges und entspannendes Aroma als Abendtee
2. Gradhebe :
erfrischend freundliches Aroma als Morgentee
3.
Möhlirad : blumig helles Aroma als genüsslicher Tagestee
Vorsicht: In der Schwangerschaft oder während der
Stillzeit, bei Überempfindlichkeit auf die Pflanze und bei Kindern unter 12
Jah-
ren darf das Mutterkraut nicht verwendet werden.
Frischpflanzentropfen
bei Migräne
20ml Lavendeltinktur
20ml Erdrauchtinktur
20ml Rosmarintinktur
20ml Pestwurztinktur
20ml Melissentinktur
3mal täglich 15-25
Tropfen in etwas Wasser oder Tee vor dem Essen einnehmen.
Foto: Bruno
Vonarburg