Die Preiselbeere
gehört zur Familie der Heidekraut-Gewächse sowie zur Gattung der Heidelbeere.
Sie wächst und gedeiht in ganz
Europa bis zu einer
Höhe von 3000 Metern und wird seit alters her sowohl in der Küche als auch in
der Volksheilkunde als schmak-khafte, vitaminreiche und heilsame Frucht
geschätzt.
Preiselbeeren sind
eigentlich nicht besonders anspruchsvoll, was ihre Wachstums-Bedingungen
betrifft. Sie lieben ein Klima mit feucht-kühlen Sommern und vergleichsweise
milden Wintern. Eines brauchen alle Preiselbeersorten: eine saure
Umgebung.Preisel-
beeren gedeihen nur
auf sauren Böden, deren ph-Wert zwischen 4,0 und 5,0 liegt.
BOTANISCHE
MERKMALE
WURZEL
: kriechender Wurzelstock mit unterirdischen, schuppig beblätterten Ausläufern.
Die oberirdischen Sprossen sind
im
jungen Zustand flaumig behaart und werden später kahl.
BLATT
: wechselständig an einem holzigen Stengel wachsende, kurz gestielte,
immergrüne, lederartige, ovale Blätter
mit
eingerolltem Rand. Unterseits sind sie braun punktiert (im Gegensatz zu den
Bärentraubenblättern, die
keine
Punktierung aufweisen.
BLÜTE
: in Trauben hängende weisslich bis rötlich angelaufene Blüten. Die Einzelblüte
ist glockenförmig, mit eingeschnit-
tenem
Rand (Bärentraubenblätter sind ganzrandig). Aus den hängenden Glocken ragt der
Griffel weit hervor.
BLÜTEZEIT
: Mai bis August
FRUCHT
: Von September bis Oktober reifen zuerst helle, dann purpurrote, kugelrunde,
mehrsamige Früchte, die von Vögeln
gefressen und verbreitet werden.
SAMMELTIPS
Die Blätter und
Beeren der Preiselbeere werden von August bis Oktober eingesammelt, wenn das
Wachstum der Pflanze beendet
ist. Zu diesem
Zeitpunkt ist der Arbutingehalt der Blätter am höchsten. Die Blätter werden
einzeln mit den Händen abgezupft und
anschliessend an
einem schattigen, luftigen Ort zur Trocknung ausgelegt. Beim Trocknen nimmt das
Erntegut eine leichte Braun-
färbung an, was aber
ohne Nachteil ist.
Bis die Beeren reif
sind, vergehen 75-100 Tage. Die Reife setzt im September/Oktober ein. Die
Früchte werden bis zu 2cm gross
und sind tief rot.
Das Fruchtfleisch ist hell, fest, knackig und schmeckt recht sauer und hart.
Spezielle Inhaltsstoffe und eine Wachsschicht um die Früchte machen es
möglich,dass die Beeren mehrere Monate gelagert werden können und auch im
Winter
noch geniessbar
bleiben.
WIRKSTOFFE
Blätter : *Arbutin
*Gerbstoff, Urson, Salidrosid
*Kalium
Früchte : *Natrium, Phosphor,
Kalium
*Vitamin
C (30-40mg pro 100gr Frucht)
*Proanthocyane
WIRKUNG
Blätter :
entzündungshemmend, antiseptisch, blutreinigend, harntreibend und abführend
Beeren :
erfrischend, stärkend und kühlend
VERWENDUNG
Preiselbeerblätter werden in der Pflanzenheilkunde eigentlich
recht wenig gebraucht, weil vor allem Bärentrauben (welche 50% mehr
Arbutin enthalten) verwendet werden. Nur wenn man Bärentrauben wegen dem
stärkeren Gerbstoffgehalt schlecht verträgt,
weicht man auf die
Preiselbeerblätter aus.
Wie bei der
Bärentraube spaltet sich der Hauptstoff Arbutin beim Durchlaufen der Nieren für
die entzündungshemmende Wirkung
in Hydrochinon ab,
doch nur bei Vorhandensein von alkalischem Urin. Die Anwendung der Blätter
macht als nur Sinn bei alkalischem Urin, weil bei saurem Harn das Arbutin nicht
gespalten wird. Um den Urin zu alkalisieren, nimmt man Natriumbikar-
bonat (eine
Messerspitze) täglich in Wasser ein oder stellt die Ernährung vermehrt auf
basische, vegetabile Speisen um. Ob der Urin sauer oder alkalisch reagiert,
sagt das Lackmuspapier aus: alkalisch = blaue Färbung, sauer = rote Färbung.
Der Tee als
Aufguss der Blätter (1
Teelöffel pro Tasse mit heissem Wasser übergiessen, 5 Min. ziehen lassen und
abfiltrieren)
wird bei Nieren-
Blasenentzündung, Blasenkrampf, schmerzhafte Harnentleerung, Neigung zu
Nierensteinen, Bettnässen Gicht
und Rheuma
empfohlen.
Vorsicht: Alle arbutinhaltigen Pflanzen dürfen nicht
über längere Zeit eingenommen werden, da sie bei über 2monatiger Anwendung
hinaus bei
empfindlichen Personen zu Beschwerden führen können. In der Schwangerschaft ist die Einnahme verboten.
Eine richtige
Renaissance erleben hingegen die Preiselbeeren.
Preiselbeeren
besitzen nicht nur als Lebensmittel, sondern auch als Volksheilmittel eine
lange Tradition. Bereits die amerika-
nischen Ureinwohner,
die Indianer, wussten die herbe tiefrote Frucht- genauer gesagt eine nahe
Verwandte der Preiselbeere, die
Cranberry- als
Heilmittel zu schätzen. Sie wuschen Wunden mit Cranberry-Saft aus und legten
Cranberry-Umschläge auf, um das Gift aus Pfeilwunden zu ziehen. Heute, viele
hundert Jahre später, entdeckten Wissenschaftler ein neues Indikationsgebiet:
Prei-
selbeeren, als quasi
antibiotisch wirkendes Mittel zur Vorbeugung und Behandlung von
Harnwegsinfektionen: Preiselbeeren bzw.
Cranberrys hemmen
die Anheftung von E-coli Bakterien an die Zellen von Blase und Niere.
Auch erst vor kurzem
konnten Wissenschaftler den Inhaltsstoff für die besondere Wirkung der
Preiselbeeren erörtern. Es handelt sich um kondensierte Tannine, auch
Proanthocyane genannt. Die Forscher isolierten die Substanzen aus den Beeren
und konnten
eindeutig
nachweisen, dass diese Stoffe die Anbindung von E-coli an die Zellen des
Harntraktes verhindern. Dadurch können sich die Bakterien nicht in Blase und
Niere festsetzen und werden via Urin ausgeschwemmt. Eine drohende Infektion
wird bereits im Vorfeld verhindert.
Wirkungsmechanismus
des Preiselbeersaftes
-wirkt auf
natürliche Art an den Schleimhäuten der Harnwege und auch im Mund (Zahnfleisch)
stark entzündungshemmend.
-hemmt die Bakterien
daran, sich an den Schleimhäuten festzuhaften, sich einzunisten und die
Entzündung an der Blasenwand
auszulösen,
welche dann zur Schleimhautschädigung, zu Reizblasenbeschwerden und chronischen
Infekten führt.
-hemmt die
Entstehung von Neuinfekten und chronischen Blasenschleimhautentzündungen,
welche die Schleimhaut schädigen
und dadurch zu
Reizblasenbeschwerden und Dranginkontinenz führen.
-hilft, dass die
Bakterien besser aus der Blase gespült werden und dass sie weniger an der
Schleimhaut haften können.
-reduziert den
Antibiotikaverbrauch.
-unterstützt die
Primärbehandlung der Harnwegsentzündungen und wirkt optimal als
Langzeitvorbeugung.
Dosierung: 3x täglich 100ml bis sich die
Blasenschleimhaut ganz erholt hat. als Langzeitprophylaxe 1dl vor dem Schlafen
gehen.
Foto: Bruno Vonarburg
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